Joseph Arthur Come to Where I Come From (Real World Records / 2000)

 

Im Frühjahr 2000 war ich in Straßburg auf einem Konzert von Ben Harper. Bevor dieser damals auf der Bühne aktiv wurde, eröffnete ein gewisser Joseph Arthur den Abend. Alleine sang er zur akustischen Gitarre, nutzte ein wenig Looptechnik und Effekte – das war alles. Und es war großartig!!

So großartig, dass ich mir bald danach sein, zu jener Zeit aktuelles, zweites Album Come to Where I Come From besorgte. Und auch hier herrscht bis heute bei mir helle Begeisterung. Das Album spielte er mit Unterstützung einer Bänd ein, die von Drums und Percussion über Cello bis hin zu Synthies, Elektronik und Effekten so einiges zum Gesamtsound beisteuert. Mit dem dominierenden Instrument jedoch, der entspannten, sonoren, gelegentlich kratzigen Stimme – die beim Wiederholen der Zeilen des Albumtitels in "the real you" manchmal kurz vorm Versagen scheint – spann der damals 28jährige ein recht außergewöhnliches klangliches Universum, das sich irgendwo in einer Melange zwischen Folk, Rock und Pop bewegt.

Dabei identifizierte sich Arthur in seinen musikalischen Anfängen, übrigens entdeckt, unterstützt und unter Vertrag genommen von Peter Gabriel, vielmehr als Maler denn als Musiker. Seine Malereien zieren denn auch die schicke Aufmachung des zweifach klappbaren CD-Digipäcks (ja, das war tatsächlich zu jener Zeit, als die Silberlinge das Vinyl ernsthaft zu bedrohen schienen!!) und sehen irgendwie so aus, wie seine Musik klingt: Ungefähr ebenso bodenhaftend wie gleichsam aus Zeit und Welt entrückt. Zugleich sind jede Menge tolle Melodien zu hören, die sich Hörenden um Ohr wie Gemüt schmiegen, hin und wieder aufrütteln und nicht selten noch lange im inneren Ohr weiterklingen. Bereits "in the sun", das erste Stück, ist so ein Song, der auch nach langer Hörabstinenz des Werks aus dem Nichts plötzlich wieder auftauchen kann. Und das ist nicht der einzige Song, der das schafft!! Sehr geil!!

So beschert Joseph Arthur mit den zwölf Songs auf Come To Where I Come From knapp sechzig Minuten puren Hörgenuss, der zum Abtauchen einlädt und die Welt für die Zeit des Hörens zu einem deutlich schöneren Ort werden lässt – was auch immer gerade passiert...

Den Albumtitel finde ich persönlich übrigens besonders passend, nachdem ich soeben herausfand, dass Joseph Arthur ursprünglich aus Akron/Ohio kommt. Dorthin kam ich tatsächlich einmal, satte dreizehn Jahre, nachdem ich seine Musik kennen- und schätzen gelernt hatte...

19.04.20

hier ist das feine Album zu hören
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