Old Seed

19.09.08 Freiburg, Egon54

 

 Ein hübsches kleines Konzert spielte der in Deutschland lebende Kanadier Old Seed eines herbstlichen Freitagabends im Egon54. Wie immer bei Konzerten dort war der Eintritt frei, was natürlich mit sich bringt, dass sich so mancher der Anwesenden zu einem ganz normalen Blablamach-Kneipenabend eingefunden hatte, völlig ignorierend, ob ihm da jetzt Konservenklänge oder richtig echte Live-Musik um die Ohren geschickt wurden. Doch eine gute Hand voll wirklich Interessierter war auch noch zugegen, und die bekamen mal wieder Songs allererster Sahne geboten.


Diesmal allein angetreten, weil sein Freund und üblicher musikalischer Mitstreiter aus gesundheitlichen Gründen sozusagen flach gelegt war, hatte man zur Abwechslung den sehr bärtigen Craig pur, nur mit Gitarre und Gesang. Selbst das Banjo musste sein Dasein zu Hause fristen. Mit gewohnter Stimmgewalt und feinem Gitarrenspiel erzählte der Musiker in klassischer Singer/Songwriter-Manier Geschichten, überwiegend in ruhigen Gewändern daher kommend, von eindringlich bis amüsant, mal traurig und mal mit etwas Wut im Bauch, ließ beim Singen kaum eine Tonlage aus, so dass das Zuhören eine Freude war. Selbst temporäre Unterbrechungen, verursacht von der recht laut brühenden Kaffeemaschine der Lokalität – ein ansonsten sympathisches, älteres Modell – wurden vom Sänger souverän überbrückt.
Schwerpunkte des Sets stellten die Lieder des frisch gepressten 10-Inch-Vinyls dar, umrahmt natürlich von älteren und alten Songs des äußerst sympathischen Künstlers, der außerdem noch die eine oder andere Coverversion in seiner unnachahmlichen Art zum Besten gab.


Folglicherweise kann ich also hiermit unumwunden kundtun, einen sehr schönen Solo-Auftritt dieses Songwriters der Extraklasse erlebt zu haben, jedoch nicht ohne den zu Hause das Bett Hütenden zu vergessen und ihm von hier aus die besten Genesungswünsche zu schicken.
 

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