
Suzan Köcher´s Suprafon 20.03.26 Freiburg, Slow Club
Einen Abend der besonderen Art hielt mal wieder der Slow Club bereit: Zwei Bänds, deren Dreh- und Angelpunkt jeweils eine Frontfrau ist und die sich deutlich hörbar nur wenig um stilistisch gängige Konventionen kümmern, standen auf dem Programm…
Zunächst erklommen Trancy and the Space Dogs die Bühne, ein Freiburger Quartett, das seine Musik Space Psych Infused Punk nennt. Ja, so klangen sie denn auch: Nach einem relativ lange, recht spacey gehaltenen Intro mit Spoken Words zwischen Witz und Absurdität seitens des Bassers, legte die Bänd um ihre Sängerin mit teils klassisch gestricktem Punkrock im Soundgewand des Psych- und Spacerock los. Die gute dreiviertel Stunde gestaltete sich recht unterhaltsam und lud auch immer wieder zu ausgiebigem Schmunzeln ein. Musikalisch fand ich das letzte Stück, das etwas ruhiger als sämtliche vorherigen war und mit deutschem Text verziert war, am besten. Hier konnte die Sängerin nicht nur aus der Fülle ihres Stimmrepertoires schöpfen, auch atmosphärisch hob sich das Stück stark vom vorangegangenen Set ab.
Nach etwa zwanzig Minuten Umbau formierten sich Sängerin und Multiinstrumentalistin Suzan Köcher und ihre Bänd Suprafon auf der kleinen, kuscheligen Bühne des Slow Club und legten, ich nehm’s gerne vorweg, einen ziemlich geilen Auftritt hin. Musikalisch gossen die vier Elemente aus Americana, Folk, Krautrock und ganz viel Wave Pop in eine gemeinsame Form, die nicht selten der Basis klassischer Chansons erwachsen schien. So verwundert nicht, dass die Bänd aktuell eine 7“-Single mit vier Interpretationen französischer Songs aus den Sechzigern im Gepäck hat.
Die meisten Songs waren eher kurz gehalten, am besten gefielen mir jedoch die ebenfalls nicht seltenen, ausgedehnten und sehr mitreißenden, immer wieder zum Augenschließen und Treibenlassen einladenden instrumentalen Passagen. Diese Ausflüge ergänzten und komplettierten hervorragend die Vokalteile der stimmlich vorzüglich aufgestellten Frontfrau und Namensgeberin, die zudem aufgrund ihres sehr eleganten Erscheinungsbildes und ebensolcher Performänce deutlich den Mittelpunkt des Geschehens bildete. Mäanderte diese mal nicht gesanglich großartig über dem Teppich treibender Sounds von Drums, Bass und Gitarre, ergänzte sie das Klangbild durch eine zweite, meist spärlich gespielte Gitarre oder Synthiesounds und -soli; gerne im Wechsel mit den Gitarrenmelodien. Insbesondere die zweite Hälfte des Auftritts hatte einige dieser stilistisch sehr krautrockig anmutenden, dabei sehr wave-poppig interpretierten Anteile zu bieten.
So gestaltete sich bald nach erstem akustischen Abtasten von zwei oder drei Stücken ein mich zunehmend in Beschlag nehmender, inklusive zweier Zugaben neunzigminütiger Auftritt, mit wachsender Intensität – sehr geil, das!! Die Zeit verging denn auch wie im Fluge bei der Reise durch den klanglichen Kosmos von Suzan Köcher´s Suprafon – perfekt passend zur Lokalität des an diesem Abend zurecht ausverkauften Clubs...
21.03.26
Die Setliste liest sich wie folgt:
LEMON / POISON / HLVANI / CAMERA / SEVEN IS THE / TEMPS DE L’AMOUR / PSYCHEDELIC / WHEN THE NIGHT / IN THESE DYING TIMES / SEVENTEEN / BAD PLACE / DISKO DISKO / HARMONIE / CINNAMON / MOON / DESERT AIR MOTEL // MINI / SUPRAFON
Suzan Köcher´s Suprafon ist HIER zu finden, zum Hören der Space Dogs geht’s DA lang.