www.pandys-corner.de THE DAD HORSE EXPERIENCE 7.11.26


THE DAD HORSE EXPERIENCE   7.11.26 Freiburg, Swamp

 

Ich wusste ja nicht so richtig genau, was mich beim samstäglichen Konzert im Swamp so erwarten würde. Aber die ankündigende Beschreibung mit irgendwas zwischen Country, Chanson, Punk & Polka machte durchaus neugierig…

Kurz nach neun formierten sich auf der Bühne des mehr als gut gefüllten Raumes vier Herren, ausgestattet mit Schlagzeug, Bass, elektrischer Gitarre sowie Banjo im Wechsel mit Mandoline. Und bestätigte mit den ersten Takten schnell: die obige Beschreibung dessen, was THE DAD HORSE EXPERIENCE in den folgenden zwei Stunden geschehen ließen, war recht treffend. Nicht nur das Auftaktstück, das von der Erzählweise auch als Moritat durchgehen konnte, war schon sehr dem Polka-Groove verhaftet. Dessen gab es im Lauf des Abends manchmal gar fast zuviel für mich; fast alle Songs hatten diesen Groove und das Gros der Stücke war zudem in ähnlichen Tempi gehalten. Nur gelegentlich waren in manche Songs Passagen eingeflochten, die hiervon abwichen; mal mittels Break oder des einen oder anderen Solo-Parts vom munter die wahlweise vier oder acht Saiten zupfenden Sänger. Einmal gab es gar einen kleinen instrumentalen Jäm, während Dad Horse Ottn, so der selbstgegebene Name des Frontmanns, der die Bänd vor einiger Zeit als Solo-Projekt begonnen hatte, tapfer weiterspielend seinen Weg durchs dicht gedrängt stehende Publikum suchte.

Am Allermeisten jedoch lebte die Performänce von den Geschichten, die mit steter Lakonie im Tonfall, viel Witz und sympathischer Selbstironie erzählt wurden. Nicht eben selten führte Ottn ein Lied ein, indem er dessen Inhalt vorab schon mal kundtat. Überhaupt suchte der Bremer viel Kontakt zum Publikum, reagierte auf Zwischenrufe und kommentierte sehr süffisant die an diesem Abend ungewöhnlich vielen und lauten Nebengespräche unter einigen der Anwesenden. Nicht alle kapierten das, tja, nichtmal, nachdem Ottn dem Thema Reden über Dinge, wenns grad niemand hören mag, einen Song mit dem schönen Refrain „Hello, Hello – Fuck Off“ gewidmet hatte.

Tatsächlich war es aufgrund vieler oft störender Stimmen im Raum nicht immer einfach, sich auf die schön skurrile, dabei durchaus immer wieder herzerwärmende Darbietung einzulassen, deren Fokus natürlich sehr stark auf Zuhören und Interagieren ausgerichtet war – was ich jetzt bei Live-Musik nicht so arg überraschend finde…

Nixdestotrotz – es hat richtig viel Spaß gemacht, dieser Abend mit THE DAD HORSE EXPERIENCE, die sich großartig darauf verstanden, humorvoll und bissig interpretierte Geschichten über Unwägbarkeiten des Lebens oder auch schlicht erfundene Ereignisse mit sehr gut dazu passender Musik zu unterlegen. Offenbar hatte auch Dad Horse himself große Freude daran, so dass der sich nach gut einer Stunde fünfundvierzig kurzerhand dazu hinreißen ließ, mit zwei weiteren Zugaben die zwei Stunden Spielzeit voll zu machen. So bleibt als Fazit in Kürze: Mal wieder ein Hoch auf kreatives, ebenso authentisches wie unkonventionelles künstlerisches Schaffen zwischen allen Stühlen!! Yay!!

8.11.26

Hört und schaut doch mal nach HIER

nach oben 

News /Termine

Heißer Scheiß

Pändys neueste Empfehlungen NEWS 1. November 2026
mehr

* * *