206  Republik der Heiserkeit      (VÖ: 18.03.11 / Ritchie Records)

 

Was nicht allzu oft passiert, fühlt sich dann meist umso schöner an. Zum Beispiel, wenn man endlich mal wieder eine gut klingende junge Bänd entdeckt, die in der eigenen Muttersprache singt. Auch wenn deren Name erstmal irgendwie komisch aussieht: 206 (wenn ich recht informiert bin, wird dies ganz einfach zweihundertsechs ausgesprochen). Dahinter verbergen sich drei junge Männer aus Halle. Oder war's Leipzig? Na, ist ja auch nicht so wichtig.

Nicht ganz unwichtig hingegen ist die Musik auf deren Debut Republik der Heiserkeit. Diese ist sogar nicht nur nicht ganz unwichtig, sondern sogar ganz schön gut. Im besten Sinne muten die Ostdeutschen dem Hörer so manches zu: Stark von den Texten des Sängers und Gitarristen Timm Voelker geprägt, werden hier musikalisch so einige Stühle zwischen Blues, Garagen- und Punk-Rock besetzt. Dazu stiehlt sich gelegentlich etwas Wave ein und nicht zuletzt geht immer auch noch irgendwo ein ordentlicher Schluck Pop-Appeal runter. Bass und Schlagzeug treiben die Stücke meist an, doch gibt es gerne auch kleine Verschnaufpausen wie "Silbermuehle". Die wechselnden Tempi halten den Dynamikbogen auf Albumlänge durchweg aufrecht.

Indes tut Timm Voelker Bestandsaufnahmen ureigenster Sichtweise kund, welche er - mal in gewitzte, mal in kritische sowie einfach frust-entladende Texte gefasst - wütend melancholisch, trotzig ironisch oder just lakonisch beobachtend der Welt ins Ohr kreischt. Oder ebenda hinein rotzt. Oder ihr schlicht vorsingt - ganz nach Bedarf. Und das auch noch mit inhaltlicher Substanz!! So macht junge deutsche Musik richtig Spaß!!

Reinhörempfehlungen: Hallo Hoelle / Goldjunge / Dauerwerbesendung / Republik der Heiserkeit

15.05.11

P.S.: Der Autor dieser Zeilen freut sich gespannt darauf, die Bänd bald im kuscheligen Slow Club begutachten zu dürfen!!

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