Daniel Johnston And Beam  Beam Me Up (VÖ: März 2010, Hazelwood)

 

Das Cover ist ganz in schwarz gehalten. Etwas links der Mitte steht ein schmerbäuchiger Mann mittleren Alters, eine Hand halb in der Hosentasche, mit der anderen eine Zigarette an den Lippen haltend. Er schaut nachdenklich vor sich hin. Um ihn herum sind in großen Lettern mit ein paar spielerischen Verzierungen Albumtitel und Interpret zu lesen:

               DANIEL JOHNSTON AND BEAM - BEAM ME UP

Während der letzten Jahre kreuzte der Name dieses Künstlers immer wieder meinen Weg, bis ich nicht mehr dran vorbei kam, mir eines seiner Werke anzuschaffen. Soweit ich weiß, hat der eigenwillige Amerikaner seine Songs bislang zumeist alleine eingespielt, hier jedoch verpasste er in hörbar fruchtbarer Kooperation mit dem holländischen Beam-Orchestra einigen Stücken aus verschiedenen seiner Schaffensphasen recht ungewöhnliche Anzüge.

Kommt der Opener noch rein A-Capella des Wegs, sind die folgenden Lieder recht aufwändig, dabei in ebenso ungewöhnlich wie hübsch bunter Mischung instrumentiert. 11 Musiker mit noch mehr Instrumenten begleiten während der 12 Songs die oft herrlich schief liegende, sehr ergreifende Stimme, welche abwechselnd wehmütig, melancholisch, verzweifelt, sehnsüchtig, immer wieder auch versöhnlich, doch zu allererst immens charismatisch zu klingen vermag. Währenddessen atmet die Platte gerne die Luft vergangener Epochen, ohne gänzlich Bezüge zur Moderne zu verlieren.

Chanson-eskes trifft kammermusikalische Marschrhythmen, Jazz wiegt Pop-Musik, wieder und wieder fallen Steicher wie Bläser vom Himmel - ab und an sticht auch mal ein Quäntchen Rock durch. Doch allem voran kommen niemals die wundervollen Melodien zu kurz, die nicht selten das Flair gebrochener Hymnen versprühen.

Es ist schwierig, dieses zweifelsohne große Werk treffend zu beschreiben. Sicher ist jedoch ein sehr hoher Wiedererkennungswert und die Gewissheit, mit jedem Hören eine kleine Entdeckungsreise unternehmen zu können. So kann ich diese Platte all jenen wärmstens an die Herzen legen, die sich gerne höchst eigenwillige und durchweg angenehm andersartige Musik zu Gemüte führen möchten.

15.06.10

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