MONTAU  15.06.24 Freiburg, Rathausplatz


Im Rahmen der Veranstaltung „Freiburg stimmt ein“, bei welcher neuerdings an drei Tagen viele Konzerte vornehmlich regionaler Formationen an ganz unterschiedlichen Orten in der Stadt geboten sind, besuchte ich am Samstag Abend am Rathausplatz das Konzert von MONTAU. Das Trio um Komponistin, Sängerin und Klavierspielerin Judith Reusch, die ihre Musik als „melancholischen Island Pop“ bezeichnet, ist eine Neuformation samt Umbenennung des Freiburger Duos Patty Moon, mit welchem Reusch seit weit über zwanzig Jahren aktiv war und dabei auch überregional bekannt wurde. Ohne Worte takteten die drei kurz nach halb neun auf, mit Cello, E-Piano und Drums zur Stimme der Sängerin, um etwa zweihundert Hörwillige durch ihre Klangwelt zu führen und dabei nicht wenige im Publikum ziemlich zu verzaubern…

Ich wiederum brauchte ein kleines Weilchen, mich in den eigenwilligen Sound einzufinden und mich auch ein wenig an die Stimme der Sängerin zu gewöhnen, die sehr in den Vordergrund gemischt war und in höheren Tonlagen etwas übersteuert klang, so dass sie mir hin und wieder fast etwas penetrant ins Ohr stach. Nach etwa der Hälfte des inklusive zweier Zugaben ungefähr fünfundsiebzigminütigen Sets änderte sich dies. Reusch griff auf die ganze Bandbreite ihrer Stimme zurück, intonierte fortan variabler zu den auf Klavierrhythmen und Cello-Untermalung ruhenden Songs, zu welchen sie Geschichten aus ihrem Leben und ihren Gedanken und Gefühlen besang, von Polarsternen bis hin zu geliebten Menschen und Tieren.

Nun erlebte ich die Songs zunehmend dynamischer und druckvoller. Bei ruhigeren Stücken spielte der Schlagzeuger auch mal ein ergänzendes Keyboard, hübschte einen Song mit Trompetensolo auf und sein Spiel mit den Stöcken verließ häufig den bislang eher zurückhaltend verspielten jäzzigen Style in Richtung kraftvoll wuchtigen Rockdrumsound.

Die Leaderin führte indes mit Informationen und Anekdoten zu fast allen Songs durch den Auftritt, nicht zuletzt deshalb, weil ihre Mitspielenden zwischen den Stücken immer wieder die Notenblätter wechseln mussten, wofür sich Reusch auch einen verschmitzten verbalen Seitenhieb nicht verkneifen konnte. Doch harmonierten die drei durchweg sehr eingespielt und mit sichtbarer Freude auf der Bühne – und manche Songperle aus dem Schaffen von MONTAU sowie Patty Moon war im Lauf des Abends in stimmiger Atmosphäre zu hören. Sehr schön!!


16.06.24

Am besten schaut und hört ihr einfach mal auf der Website vorbei – DA  oder direkt zur Musik der aktuellen EP DORT

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